Vor dem Hintergrund der furchtbaren Erdbebenkatastrophe in Haiti erhalten Sie hier aktuelle Informationen, die unser Anlaufen der Insel Hispaniola während der Karibik-Kreuzfahrt betreffen.
1) Allgemeine Sicherheitslage
Die Bucht von Labadee ist bereits seit 1986 in Privatbesitz der Reederei Royal Caribbean International. Das gesamte Areal ist bewacht und abgetrennt. Es gibt Sicherheitspersonal, das bei der Reederei angestellt ist. Weiteres Personal geht direkt vom Schiff an Land. Insofern kann man die behördlichen Angaben zur Sicherheitslage keinesfalls auch auf diesen Teil des Landes beziehen. Die Reederei geht sehr verantwortungsbewusst vor und würde sofort reagieren, wenn eine Änderung dieser Situation einträte.
2) Die Situation nach dem Erdbeben
Labadee ist ca. 200 km vom Epizentrum des Bebens entfernt. Es gibt dort keinerlei Beschädigungen.
3) Sollte man Urlaub machen, wo in nur geringer Entfernung Menschen verschüttet und obdachlos sind?
Wenn man genauer darüber nachdenkt, kann die Antwort nur JA heißen! Und zwar aus folgenden Gründen:
- Kreuzfahrerei ist der größte, ja fast einzige touristische Wirtschaftszweig des Landes. Außerhalb von Labadee gibt es praktisch keine touristisch erschlossenen Gebiete. Die Reederei Royal Caribbean International hat in den letzten Jahrzehnten sehr viel Geld in den Aufbau von touristischer Infrastruktur investiert.
- Jede Woche kommen bis zu sechs Schiffe und bis zu 15.000 zahlende Gäste nach Labadee. Über 200 Einheimische haben dadurch ein festes Einkommen, mit dem sie Ihre Familien versorgen können. Sie arbeiten als Souvenirverkäufer, Reinigungspersonal, Musiker, Künstler usw. Gerade jetzt sind sie auf das Geld dringend angewiesen.
- Nachdem die Regierung Haitis am 14.01.2010 Ihre Genehmigung erteilt hatte, hat bereits am 15.01.2010 (drei Tage nach dem Beben) das erste Schiff wieder in Labadee angelegt. Es brachte aber nicht nur Touristen: Es wurden tonnenweise Lebensmittel und Hilfsgüter verladen, die in Labadee an Land gingen und mit der Hilfsorganisation "Food For The Poor" ins Erdbebengebiet transportiert wurden. Und auch alle weiteren Schiffe, die in den nächsten Tagen folgten und in den kommenden Wochen folgen werden, bringen Reis, Bohnen, Milchpulver, Konserven und vor allem Trinkwasser. Jede helfende Hand wird gebraucht. Durch die Schiffe kommen viele dringend benötige Sachen direkt zur notleidenden Bevölkerung.
- Die Reederei hat auch bereits über 1 Million US-Dollar finanzielle Hilfe durch Spenden geleistet. Des weiteren gehen die Gewinne aus gebuchten Landprogrammen in Labadee direkt an Hilfsorganisationen vor Ort. Außerdem können die Passagiere an Bord für die Erdbebenopfer spenden.
Alles in Allem bleibt festzuhalten: So grausam diese Tragödie auch ist; es hilft überhaupt nichts, diese Region jetzt zu meiden. Denn dann lässt man die Menschen erst recht im Stich, und man entzieht Ihnen eine existentiell wichtige Einnahmequelle, auf die sie heute mehr denn je angewiesen sind. Bestes Beispiel ist die Tsunami-Katastrophe vor 5 Jahren in Asien. Auch hier war und ist man auf den Tourismus angewiesen, und die Region kam wieder auf die Beine, weil die Touristen ihr treu blieben.
Möchten Sie für die Bevölkerung in Haiti spenden?
Eine Übersicht der Hilfsorganisationen und Spendenkonten erhalten Sie hier.